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[Druckverformungsrest]

Nach DIN ISO 815 wird der Druckverformungsrest (DVR) bei konstanter Verformung gemessen. Dieser stellt den Verformungsanteil des Testmaterials dar. Viele Testverfahren für Elastomere, wie z. B. die Zugfestigkeit, sagen (mehr oder weniger) über die Qualität und Beschaffenheit des Materials aus. Der DVR hingegen ist ein wichtiger Faktor, der vor Einsatz eines Materials für einen bestimmten Einsatzzweck beachtet werden muss. Besonders für den Einsatz von Dichtungen und Unterlegplatten aus Elastomeren ist die bleibende Verformung, der Druckverformungsrest (DVR) eine wichtige Kenngröße.

Zur Bestimmung dieser Größe wird ein zylindrischer Prüfkörper um einen härteabhängigen Prozentsatz zusammengedrückt und bei bestimmter Temperatur eine gewisse Zeit so gelagert. Die Temperatur für den Druckverformungstest hängt von dem zu testenden Material, seinem geplanten Einsatzzweck und dem Versuchsaufbau ab (z. B. 24 h bei 70°C für Dichtungen). 30 Minuten nach der Entlastung wird bei Raumtemperatur wieder die Höhe gemessen und daraus die bleibende Verformung ermittelt.

Ein DVR von 0% bedeutet, dass der Körper seine ursprüngliche Dicke wieder voll erreicht hat (in der Realität unmöglich), ein DVR von 100% sagt, dass der Körper während des Versuchs völlig verformt wurde und keine Rückstellung zeigt.

Die Berechnung erfolgt nach folgender Formel: DVR (%) = ( L0 - L2 ) / ( L0 - L1 ) x 100 %, wobei

DVR = Druckverformungsrest in %
L0 = Höhe des Probekörpers vor der Prüfung
L1 = Höhe des Probekörpers während der Prüfung (Distanzstück)
L2 = Höhe des Probekörpers nach der Prüfung

Bedeutung: Beispielsweise wird eine Dichtung bei der Montage auf eine bestimmte Dicke zusammengepresst und übt eine Pressung auf die Dichtflächen aus. Im Laufe der Zeit nimmt diese Pressung ab, da sich die Dichtung plastisch verformt. Ist dieser plastische Anteil - also der DVR - zu groß, lässt die Presskraft und damit die Dichtwirkung so stark nach, dass Undichtigkeiten auftreten (diese können vollflächig aber auch abschnittsweise auftreten), vor allem dann, wenn sie zu „knapp“ ausgelegt ist. Der DVR, bei Flachdichtungen, sollte bei der Dauereinsatztemperatur einen Wert von ca. 40% nicht überschreiten.

Das nachfolgende Diagramm zeigt den durchschnittlich erreichbaren DVR bei Verwendung unterschiedlicher Kettenverlängerer, eine der Möglichkeiten um die Hartsegmentkristallinität und die Phasenseparierung als wichtigste Parameter zu beeinflussen. Während daher Desmopan®-Typen der Standardesterreihen (100 – 300er Serie) meist zwischen 45 und 55% DVR (24h/70°C) liegen, lassen sich durch die Verwendung von speziellen Rohstoffen in der Spezialesterreihe (400er Serie) deutlich günstigere DVR zwischen 30 und 35% (24h/70°C) erzielen. Erste Desmopan®–Produkte mit technisch nutzbaren DVR bei 100°C bzw. 120°C befinden sich in der Entwicklung.